Jahrelang war Lifecake für viele Eltern der Ort für Kinderfotos: eine private Zeitleiste pro Kind, Großeltern schauten mit, alles ordentlich nach Datum sortiert. Dann kam Anfang Mai 2020 die E-Mail, mit der niemand rechnet. Lifecake wird eingestellt. Canon, das die App 2015 gekauft hatte, zog den Stecker. Bis zum 30. Juni konnten Nutzer ihre Fotos herunterladen, also etwa zwei Monate lang. Danach war alles weg.
Wer die E-Mail übersehen oder gedacht hatte „das mache ich nächsten Monat“, hatte sein Album verloren. Keine Zeitleiste mehr, keine Bildunterschriften, keine Meilensteine. Jahre sorgfältig gesammelter Erinnerungen verschwanden, weil ein Unternehmen sein Geld lieber anderswo verdienen wollte.
Der falsche Schluss: „Dann eben ein großer Anbieter“
Der Reflex nach so einer Erfahrung ist verständlich: nie wieder eine kleine App, ab jetzt kommt alles zu Google oder Apple. Das eigentliche Problem löst das nicht. Auch große Konzerne stellen Dienste ein (Google ist dafür geradezu berüchtigt), und ein Fotodienst eines Tech-Riesen ist kein Tagebuch. Es gibt keine Meilensteine, keine kleinen Geschichten zu den Fotos und keine private Zeitleiste pro Kind. Warum das wichtig ist, liest du in unserem Artikel darüber, warum Google Fotos als Kinderalbum nicht ausreicht.
Die eigentliche Lehre aus Lifecake ist eine andere: Wähl einen Dienst, den du verlassen kannst. Vielleicht hast du das nie vor, aber so sitzt du nie fest. Ein Album deines Kindes muss zwanzig Jahre halten, länger als die meisten Apps überhaupt existieren. Die einzige ehrliche Garantie ist, dass du jederzeit alles mitnehmen kannst.
Worauf du bei einem Ersatz achten solltest
- Ein Export-Button, den es schon gibt. Keine E-Mail an den Support, sondern ein Knopf, den du selbst drücken kannst. Probier es in der ersten Woche aus: Bekommst du normale Dateien zurück, die sich ohne die App öffnen lassen?
- Wo die Qualitätsgrenze liegt. Fast jeder Dienst verkleinert Fotos beim Hochladen, Ouderliefde auch: auf 1920 Pixel an der längsten Seite. Finde heraus, wo diese Grenze liegt, denn ein Export gibt dir nie mehr zurück als das, was gespeichert wurde.
- Mehr als nur die Fotos. Bildunterschriften, Datumsangaben und Meilensteine sind die Hälfte des Werts. Ein guter Export enthält auch diese, in einem Format, das du ohne den Dienst lesen kannst.
- Europäischer Datenschutz. Ein privates Kinderalbum sollte unter die DSGVO fallen und nicht unter das Werbemodell eines amerikanischen oder japanischen Mutterkonzerns.
Wie Ouderliefde das gelöst hat
Ouderliefde ist ein niederländisches digitales Tagebuch pro Kind, und die Lehre aus Lifecake ist direkt eingebaut. In den Einstellungen gibt es einen Export-Button, der immer funktioniert, auch im kostenlosen Tarif. Du bekommst eine einzige ZIP-Datei mit deinen Fotos als normale JPEGs, in einem Ordner pro Kind, dazu eine lesbare Textdatei mit allen Datumsangaben und Bildunterschriften. Der Export sagt es selbst ganz deutlich: Um damit etwas anzufangen, brauchst du Ouderliefde nicht.
Ansonsten funktioniert es so, wie du es von einem Kinderalbum erwartest: eine private Zeitleiste pro Kind, ein privater, sicherer Link für die Großeltern, Meilensteine und Fotos, die du einfach per WhatsApp schickst.
Deinen alten Lifecake-Export wieder zum Leben erwecken
Hast du damals rechtzeitig heruntergeladen? Dann liegt dieser Export wahrscheinlich seit Jahren unberührt in einem Ordner. Du kannst ihn in Ouderliefde importieren: Wähl den Ordner oder die ZIP-Datei, und das Aufnahmedatum wird aus den Fotos selbst gelesen, damit alles an der richtigen Stelle der Zeitleiste landet. So wird aus dem Notfall-Download von 2020 wieder ein durchgehendes Album.
Willst du erst breiter vergleichen? Schau dir unsere Artikel über Alternativen zu Tinybeans und Alternativen zu FamilyAlbum an, in denen wir die Möglichkeiten ehrlich nebeneinanderstellen.
Ein Album, das du immer mitnehmen kannst
Leg eine Zeitleiste für dein Kind an und importiere deine alten Fotos in einem Rutsch, mit einem Export-Button, der vom ersten Tag an da ist.
Kostenloses Konto erstellen →