Dein Kind war drei Jahre in der Kita. Jede Woche kamen neue Fotos in die Kita-App: das erste Mal im Sandkasten, verkleidet beim Fasching, eingeschlafen am Mittagstisch. Hunderte Momente, die du nicht gesehen hast, weil du bei der Arbeit warst.
Dann endet der Betreuungsvertrag. Dein Kind kommt in die Schule, das Konto wird geschlossen, und die Fotos sind weg.
Das Risiko ist ganz real
Viele Kitas in Deutschland, Österreich und der Schweiz kommunizieren inzwischen über eine App oder ein Elternportal: Infos zum Tag, Essen, Schlafenszeiten und eben Fotos. Diese Systeme sind dafür gedacht, den Kita-Alltag zu organisieren, nicht als Archiv für dich. Wenn die Betreuung endet, wird der Elternzugang in der Regel deaktiviert, manchmal sehr schnell.
Aus Sicht der Kita ist das nachvollziehbar. Es heißt aber, dass die Verantwortung für die Fotos bei dir liegt. Und die Frist steht fest, ohne dass sie dir jemand in den Kalender schreibt.
So holst du deine Fotos heraus
Jede App funktioniert anders, und die Exportfunktion ist selten gut sichtbar. Ein paar Kniffe helfen fast überall:
- Nimm einen Computer, wenn es geht. Die Browserversion eines Elternportals bietet oft mehr Download-Möglichkeiten als die App auf dem Handy.
- Such nach einem Sammel-Download. Ein Download-Symbol im Album, ein Button „Alle herunterladen“, ein Export nach Zeitraum oder eine ZIP-Datei. Wenn du einen Zeitraum wählen kannst, nimm ihn großzügig: Ein Export über drei Jahre ist weniger Arbeit als sechs Exporte über je sechs Monate.
- Sonst Monat für Monat. Manche Apps speichern Fotos nur einzeln oder pro Serie. Das ist mühsam, aber du musst es nur einmal machen.
- Frag in der Kita nach. Das Team hat Zugriff auf die Verwaltungsseite des Systems und kann dir auf Nachfrage oft einen Ordner mit allen Fotos deines Kindes geben. Frag rechtzeitig, lange vor dem letzten Tag.
Ein Ordner mit 400 Dateien ist noch kein Archiv
Mit der ZIP-Datei bist du noch nicht ganz fertig. Auf deinem Computer liegt jetzt ein Ordner mit Dateien wie IMG_20240612_103455.jpg, ohne Ordnung, ohne Zusammenhang und manchmal mit falschem Datum, weil manche Portale beim Export das heutige Datum als Dateidatum setzen.
In fünf Jahren öffnet diesen Ordner niemand mehr. So verschwinden Erinnerungen meistens: Man findet sie nicht mehr.
Besser ist es, wenn die Fotos an ihrem eigenen Datum in der Zeitleiste deines Kindes stehen, neben den Fotos, die du selbst gemacht hast. Dann scrollst du durch das ganze Jahr auf einmal statt durch zwei getrennte Versionen davon.
Den Export importieren
In Ouderliefde ziehst du die ZIP-Datei direkt auf die Importseite deines Kindes. Dann passiert Folgendes:
- Das Entpacken passiert in deinem Browser. Die ZIP-Datei selbst geht nie an einen Server.
- Das Aufnahmedatum kommt aus dem Foto selbst. Jedes Foto von Handy oder Kamera trägt in seinen EXIF-Daten den Moment der Aufnahme. Der hat Vorrang vor dem Dateidatum, ein Foto vom Juni 2024 landet also im Juni 2024.
- Doppelte Fotos werden übersprungen. Wenn du zwei überlappende Zeiträume importierst oder denselben Export versehentlich zweimal, bleibt deine Fotobibliothek sauber.
- Sie landen in der Fotobibliothek, nicht direkt in der Zeitleiste. Vierhundert Fotos auf einmal im Tagebuch helfen niemandem. Du entscheidest, welche zur Erinnerung werden.
Mach eine jährliche Gewohnheit daraus
Ein fester Termin funktioniert besser als eine Rettungsaktion am letzten Tag. Trag dir jedes Jahr vor den Sommerferien zwanzig Minuten in den Kalender ein, um den Export zu machen und zu importieren. So gerätst du nie in Rückstand, und das Vertragsende ist nur noch eine Formalität.
Dieselbe Gewohnheit hilft auch in der Schule: Zeugnisse, Bilder und Klassenfotos verschwinden auf genau dieselbe Weise.
Mach es heute, nicht nächstes Jahr
Wenn dein Kind noch in die Kita geht, kannst du das heute Abend erledigen. Ist der Vertrag schon vorbei, schreib der Kita eine Mail. Manchmal haben sie die Fotos noch. Verlass dich nur nicht darauf.
Mit einem geschlossenen Konto verlierst du genau die Stunden, in denen du selbst nicht dabei warst.