Wenn Eltern sich trennen, müssen sie klären, wie es mit den Kindern weitergeht: wer die Kinder wann hat, wie ihr miteinander kommuniziert, wie ihr Schule, Gesundheit und Ferien regelt, wer welche Kosten trägt. Viele Eltern halten das in einer Elternvereinbarung oder Umgangsvereinbarung fest, oft mit Unterstützung des Jugendamts, einer Mediation oder einer Anwältin. In anderen Ländern heißt so ein Dokument parenting plan.
Aufgeschrieben ist die Vereinbarung meist an einem Nachmittag. Dann kommt das Umsetzen, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Immer mehr Eltern suchen dafür eine App. Hier findest du die Möglichkeiten, die für Eltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Frage kommen, und eine Absprache, die in fast jeder Elternvereinbarung fehlt.
Was gehört in eine Elternvereinbarung?
Das ist von Familie zu Familie verschieden. Meist geht es um diese Punkte:
- wie ihr Betreuung und Erziehung aufteilt (Residenzmodell, Wechselmodell, Ferien, Feiertage)
- wie ihr über die Kinder kommuniziert
- wie ihr die Kosten für die Kinder aufteilt
Eine gesetzliche Pflicht, so ein Dokument aufzusetzen, gibt es in Deutschland nicht. Wenn ihr wissen wollt, was in eurer Situation sinnvoll ist und welche Verbindlichkeit eure Absprachen haben, fragt beim Jugendamt, bei einer Mediatorin oder einem Anwalt nach. Die Vereinbarung aufzuschreiben ist das eine. Sich jahrelang daran zu halten, etwas ganz anderes.
Die Absprache, die fast immer fehlt: Fotos und Erinnerungen
Muster für Elternvereinbarungen widmen dem Wochenplan, den Ferien und den Kosten seitenweise Platz. Zu Fotos steht meistens gar nichts drin. Dabei sorgen Fotos immer wieder für Ärger:
- Ein Elternteil stellt ungefragt Fotos des Kindes in die sozialen Medien, obwohl bei gemeinsamem Sorgerecht beide zustimmen müssen
- Die Wochen im anderen Haushalt werden nicht festgehalten, und dem Kind fehlt später die Hälfte seiner Fotos
- Die Großeltern auf einer Seite verlieren den Anschluss an die Fotos ihres Enkelkinds
Drei Zeilen in der Vereinbarung verhindern das alles: nichts öffentlich posten ohne Zustimmung, beide Eltern füllen eine gemeinsame Zeitleiste, und die engere Familie auf beiden Seiten bekommt Zugang. Das kostet fünf Minuten in der Mediation und erspart dir jahrelangen Streit.
Was eine App für die Elternvereinbarung leistet
So eine App hilft euch, die Vereinbarung im Alltag umzusetzen. Zum Beispiel mit:
- Kalender. Wer hat die Kinder wann, für beide Eltern klar sichtbar.
- Kommunikation. Nachrichten über die Kinder, getrennt von privaten Gesprächen.
- Ausgaben. Festhalten, wer was bezahlt.
- Dokumente. Vereinbarungen, Zeugnisse und medizinische Informationen ablegen.
- Erinnerungen. Fotos und Meilensteine, für beide Eltern.
Apps für getrennte Eltern im Vergleich
2houses. Eine belgische App mit Kalender, Nachrichten, Fotoalbum und Finanzübersicht. Nach einer 14-tägigen Testphase kostenpflichtig (ab 8,99 € im Monat). Server in Europa. Die vielseitigste Wahl unter den europäischen Anbietern. Siehe auch unseren Vergleich der 2houses-Alternativen.
OurFamilyWizard. Marktführer in den USA, auch hier nutzbar. Starke Protokollfunktion: Nachrichten werden gespeichert und können vor Gericht verwendet werden. Oberfläche auf Englisch, Server in den USA. Eher teuer: rund 100 € im Jahr pro Elternteil. Siehe auch: Alternativen zu OurFamilyWizard.
AppClose. Kostenlose Basisversion mit Kalender und Nachrichten. Weniger umfangreich als 2houses, aber leicht zum Einstieg. Auf Englisch und auf amerikanischen Servern.
Ouderliefde. Keine Planungs-App. Der Schwerpunkt liegt auf den Erinnerungen, wenn ihr getrennt erzieht: Fotos, Videos und Meilensteine gemeinsam bewahren. Auf Deutsch, DSGVO-konform, Server in der EU. Kostenlose Basisversion, auch für beide Elternteile.
Planung plus Erinnerungen: zwei Apps, die sich ergänzen
Eine Planungs-App ist ein Arbeitsdokument für die Eltern. Eine Erinnerungs-App ist eine Zeitleiste, auf die dein Kind später zurückschaut. Die beiden Rollen überschneiden sich kaum, deshalb passt die Kombination gut:
- 2houses oder OurFamilyWizard für die praktische Seite: Kalender, Kommunikation, Ausgaben
- Ouderliefde für die emotionale Seite: Erinnerungen, Fotos, Meilensteine
Worauf du bei der Wahl achten solltest
DSGVO und Server in der EU. Für die Kommunikation über deine Kinder und für ihre Fotos willst du, dass die Daten in Europa liegen und unter europäisches Datenschutzrecht fallen.
Verwendung in einem Verfahren. Falls die Kommunikation mit dem anderen Elternteil einmal in einem familiengerichtlichen Verfahren gebraucht wird, sind manche Apps dafür besser aufgestellt als andere. Vor allem OurFamilyWizard.
Ob der andere Elternteil sie wirklich nutzt. Die App, die beide tatsächlich öffnen, bringt mehr als die technisch bessere App, die einer von euch ignoriert. Eine Oberfläche in der eigenen Sprache und ein einfacher Einstieg helfen dabei.
Kosten pro Elternteil. Manche Apps rechnen pro Elternteil ab. Wollt ihr beide Premium, zahlt ihr doppelt.
Welche App zu dir passt
Für die Planung ist 2houses die umfassendste europäische Option. Für die Erinnerungen, damit dein Kind später eine vollständige Geschichte von beiden Eltern hat, ist Ouderliefde ein kostenloser Anfang.
Beide Apps kannst du kostenlos testen. Du musst dich nicht sofort entscheiden.
Ouderliefde 7 Tage kostenlos testen
Jedes neue Konto startet mit 7 Tagen Premium, komplett kostenlos, mit unbegrenzt vielen Fotos und Videos. Keine Zahlungsdaten nötig.
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